Das Softwareunternehmen the i-engineers rüstet in Zusammenarbeit mit der Klinik-IT eG rund 40 deutsche Krankenhäuser mit einem interoperablem Patientenportal aus – für eine effizientere Patientenversorgung.
Das Schweizer Softwareunternehmen the i-engineers mit Standorten in Münster und München und die Klinik IT eG (KIG) geben den erfolgreichen Start ihres gemeinsamen Projekts «Mein-Krankenhaus.Digital» (MK.D), bekannt. Ziel ist es, die Patientenversorgung in Deutschland durch den Aufbau eines Patientenportals mit einer gemeinsamen Datenbasis auf einer interoperablen, zentral betriebenen Plattform zu verbessern. Das Patientenportal wird digitale Prozesse für Aufnahme, Behandlung, Entlassung und Überleitung von Patientinnen und Patienten unterstützen, sofern diese damit einverstanden sind.
Am Projekt beteiligt sind über die KIG deutschlandweit 20 Krankenhausträger mit insgesamt rund 40 Krankenhäusern und Kliniken und einer Kapazität von 8.500 Betten. Das geographische Spektrum der teilnehmenden Einrichtungen reicht vom nördlichsten Krankenhaus auf Helgoland bis zum südlichsten in Berchtesgaden. Sie alle sollen bis Ende des Jahres in einem standardisierten Vorgehen effizient und ohne zusätzliche Hardware ans System angeschlossen werden. Ein erster Test der technischen Anbindung ist erfolgreich mit dem Klinikum Crailsheim umgesetzt. Ferner steht die Implementation bei den vier ausgewählten Pilotkliniken Kreisklinik Günzburg-Krumbach, Krankenhaus Barmherzige Brüder in Regensburg, den Paracelsus Kliniken und den Starnberger Kliniken unmittelbar bevor.
Spürbare Erleichterungen für Patientinnen und Patienten sowie Klinikeinrichtungen
Für Patientinnen und Patienten bringt das neue Patientenportal eine spürbare Erleichterung: sie können Termine online buchen, Überweisungsformulare und Fragebögen digital ausfüllen und Befunde an die beteiligten Gesundheitseinrichtungen freigeben. Das verkürzt Wartezeiten, vermeidet Doppeluntersuchungen und verbessert die medizinische Versorgung. Auch für die Klinikeinrichtungen ergeben sich Vorteile: Sie profitieren von einer Entlastung und Beschleunigung der administrativen Prozesse, indem manuelle Arbeitsschritte reduziert bzw. automatisiert werden können. Ebenso lässt sich der Kommunikationsaufwand verkleinern, indem sich Informationen schneller und effizienter teilen lassen. Dies sorgt für einen reibungsloseren Ablauf im Klinikalltag und eine höhere Behandlungsqualität.
Austausch von Gesundheitsdaten über fast 150 angeschlossene Klinikeinrichtungen hinweg
Die Interoperabilität des MK.D-Patientenportals ermöglicht nicht nur eine technische Anbindung von IT-Systemen und Diensten eines angeschlossenen Krankenhauses über standardisierte Integrationskomponenten (Gateways), sondern auch eine Vernetzung mit weiteren Verbundprojekten. So kann und soll das MK.D-Portal beispielsweise mit dem interoperablen Patientenportal «Mein Krankenhaus Bayern» (MK.B) verlinkt werden, das derzeit in 110 bayerischen Krankenhäusern umgesetzt wird – ebenfalls koordiniert durch die KIG. Nach Abschluss beider Projekte werden Patientinnen und Patienten von einem deutlich einfacheren Austausch von Gesundheitsdaten über deutschlandweit fast 150 Einrichtungen hinweg profitieren können.
Erfüllung der «Muss»- und «Kann»-Kriterien des KHZG-Fördertatbestands 2
Finanziert wird das Projekt hauptsächlich über den Krankenhauszukunftsfonds, der durch das deutsche Krankenhauszukunftsgesetz (KHZG) ermöglicht wird. MK.D erfüllt die «Muss»-Kriterien des KHZG-Fördertatbestands 2 (FTB 2), wie zum Beispiel die Online-Terminvereinbarung oder die digitale Erfassung von Anamnesedaten. Zudem lässt die Lösung von the i-engineers auch die Erfüllung von weiteren «Kann»-Kriterien des FTB 2 zu wie die Möglichkeit für Chatfunktionalitäten, Videosprechstunden oder die digitale rechtskonforme Signatur von relevanten Dokumenten.
Andreas Lange, Geschäftsführer der Klinik IT eG, sagt:
«Die technologischen Entwicklungen und die damit einhergehenden rechtlichen Anforderungen machen auch vor dem Gesundheitswesen nicht Halt. Um dieser Dynamik mit der notwendigen Qualität zu begegnen und gleichzeitig das Potential der Digitalisierung voll auszuschöpfen, braucht es eine enge, institutionsübergreifende Zusammenarbeit und starke, erfahrene Partner.
the i-engineers haben wir im Rahmen einer Ausschreibung gezielt ausgewählt, da sie mit ihrer ausgereiften, skalierbaren Lösung und mit ihrem pragmatischen Umsetzungskonzept überzeugen. ‘Mein-Krankenhaus Digital’ ist kein Inselprojekt, sondern ein erster strategischer Schritt hin zu einer vernetzten, langfristig tragfähigen digitalen Infrastruktur – über das Patientenportal hinaus. Denn dank der Interoperabilität bauen wir eine Plattform, die kontinuierlich weitere Dienste aufnehmen kann. Für eine moderne, effiziente und zukunftssichere Gesundheitsversorgung in Deutschland.»
Severin Summermatter, CEO von the i-engineers, sagt:
«Die Zusammenarbeit mit der KIG unterstreicht die Relevanz einer Plattform, die mehr zulässt, als nur Prozesse zu digitalisieren. Unsere gemeinsame Lösung verbindet nahtlos Patienten, Kliniken, Zuweisende und perspektivisch weitere Akteure im Gesundheitswesen. Sie schafft einen sofortigen Mehrwert – und bildet zugleich die Basis für künftige Innovationen, zusätzliche digitale Dienste und die Umsetzung strategischer Digitalisierungsziele.»
Andreas G. Henkel, Chief Product Officer von the i-engineers, sagt:
«Dank einer klar definierten und standardisierten Architektur können Krankenhäuser schnell und flexibel auf neue Anforderungen reagieren – von der Integration externer Zuweiser bis hin zu telemedizinischen Angeboten. Gleichzeitig ermöglicht ein solcher Plattformansatz, eine Vielzahl an Einrichtungen über eine einheitliche Lösung anzubinden und den medizinischen Datenaustausch nachhaltig zu verbessern. Dies gewinnt angesichts der sich verändernden Versorgungslandschaft in Deutschland zunehmend an Bedeutung. Aufgrund neuer gesetzlicher Vorgaben und leistungsgruppenbezogener Versorgungskonzepte sind Kliniken mehr denn je darauf angewiesen, spezialisierte Gesundheitsdienstleister einzubinden, die Diagnostik und Therapie in ausreichender Häufigkeit anbieten. Eine Interoperabilitätsplattform, wie sie in den Architekturvorgaben der KIG für MK.D implementiert wird, schafft hier die entscheidende Grundlage.»
Das Team von der Klinik IT eG (KIG) und von the i-engineers bei der Vertragsunterzeichnung in München (v.l.n.r.):
(Foto: Daniel Schvarcz)
Über the i-engineers
the i-engineers ist ein marktführendes, unabhängiges Softwareunternehmen aus der Schweiz. Seit 2002 entwickelt es innovative Lösungen für das Gesundheitswesen. Das Kernprodukt, die health-engine®, ist eine bewährte und vielseitige Interoperabilitätsplattform zur Digitalisierung von Prozessen in Krankenhäusern, Kliniken und weiteren Gesundheitsorganisationen. Mehr als 400 Organisationen unterschiedlicher Grösse vertrauen auf die Plattformlösung mit flexibel kombinierbaren Patienten-, Zuweiser-, Klinik- und Mitarbeiterportalen. Neben dem Hauptsitz in Zürich unterhält das Unternehmen Standorte in Münster und München.
Mehr Informationen: www.tie.ch
Über die Klinik IT eG
Die Klinik IT wurde von Krankenhäusern als Genossenschaft gegründet, um richtungsweisende Digitalisierungsprojekte voranzutreiben, die einzelne Häuser allein nicht bewältigen könnten. Durch die Bündelung der Bedürfnisse der Kliniken und die gemeinsame Beauftragung sowie zentrale Steuerung von Dienstleistern kann die Digitalisierung effektiver umgesetzt werden als in kleineren Einzelvorhaben.
Als Mitglieder der Genossenschaft Klinik IT eG gestalten die Krankenhäuser ihre digitale Zukunft selbst und unabhängig von Herstellern. Sie nehmen damit ihre Verantwortung für eine zukunftsorientierte und moderne Gesundheitsversorgung wahr.
Mehr Informationen: www.klinik-it.de