Versäumnisse bei Interoperabilitätsstrategien im Gesundheitswesen

Veröffentlicht 04.04.2025 10:00, Kim Wehrs

Interoperabilität im Gesundheitswesen ist der Kernfaktor für die effiziente und sichere Patientenversorgung. Dennoch gibt es erhebliche Versäumnisse bei der Umsetzung entsprechender Strategien. Dazu gehören Standardisierung von Datenformaten und Schnittstellen, regulatorische Steuerung und organisatorische Versäumnisse der Gesundheitsdienstleister selbst. 

Ein zentrales Problem ist die fehlende Standardisierung von Datenformaten und Schnittstellen. Unterschiedliche Systeme nutzen proprietäre Formate, die den Datenaustausch erschweren und eine umfassende Vernetzung behindern.

Ein weiteres Defizit liegt in der unzureichenden politischen und regulatorischen Steuerung. Trotz bestehender Initiativen zur Förderung der Interoperabilität, wie der Einführung der elektronischen Patientenakte (ePA) in Deutschland, fehlt es an konsequenter Umsetzung und klaren rechtlichen Vorgaben. Zudem sind bestehende Lösungen oft fragmentiert und nicht flächendeckend implementiert.

Auch wirtschaftliche Interessen stehen der Interoperabilität im Weg. Viele Softwareanbieter bevorzugen geschlossene Systeme, um ihre Marktstellung zu sichern. Dies führt zu sogenannten "Dateninseln", die eine sektorenübergreifende Versorgung erschweren. Gleichzeitig sind die Investitionen in interoperable Lösungen für viele Akteure finanziell unattraktiv, da der unmittelbare wirtschaftliche Nutzen oft nicht erkennbar ist.
 

Versäumnisse der Gesundheitsdienstleister

Neben technischen und wirtschaftlichen Faktoren gibt es organisatorische Versäumnisse. Gesundheitsdienstleister verfügen häufig nicht über das notwendige Know-how oder die personellen Ressourcen, um Interoperabilitätsstrategien effektiv umzusetzen. Schulungsmaßnahmen für medizinisches Personal und IT-Abteilungen sind oft unzureichend.

Schließlich spielt das Vertrauen der Patienten eine entscheidende Rolle. Datenschutzbedenken führen dazu, dass digitale Lösungen nicht in vollem Umfang genutzt werden. Unklare Sicherheitsrichtlinien und Cybersecurity-Risiken verstärken diese Zurückhaltung.

Um diese Versäumnisse zu überwinden, sind standardisierte technische Lösungen, klare gesetzliche Rahmenbedingungen sowie ein stärkeres Engagement der Akteure notwendig. So kann eine zukunftsfähige und interoperable digitale Gesundheitsinfrastruktur geschaffen werden.
 

Beseitigung der Versäumnisse

Versäumnisse bestehen besonders durch fragmentierte IT-Systeme, fehlende Standardisierung und unzureichende Vernetzung zwischen Leistungserbringern. Um diese Defizite zu beheben, müssen einheitliche Datenstandards wie FHIR (Fast Healthcare Interoperability Resources) konsequent eingeführt und regulatorische Vorgaben klar definiert werden.

Zudem bedarf es staatlicher Förderung und Anreize für Gesundheitsdienstleister, interoperable Systeme zu implementieren. Die Entwicklung sicherer, datenschutzkonformer Schnittstellen ist essenziell, um den Austausch zwischen Krankenhäusern, Arztpraxen und Patienten zu optimieren. Schulungen für medizinisches Personal und IT-Verantwortliche sind erforderlich, um die Akzeptanz und effektive Nutzung interoperabler Systeme zu gewährleisten.

Langfristig führt eine verbesserte Interoperabilität zu einer höheren Versorgungsqualität, effizienteren Prozessen und besseren Patientenergebnissen. Durch eine enge Zusammenarbeit aller Akteure kann ein digitales, vernetztes Gesundheitswesen Realität werden.

 

Autor: Wolf-Dietrich Lorenz                                 Bild: Adobestock / DARIKA   

 


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