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KI soll Akutversorgung bei




               Schlaganfall verbessern







                   Rund 1.800 Patientinnen und Patienten mit Verdacht auf Schlaganfall wurden 2024 über
                   das telemedizinische Schlaganfallnetzwerk Ostsachsen versorgt. Mittels Telemedizin
                   wird flächendeckende und qualitativ hochwertige Versorgung von Akutfällen sicherge-
                   stellt. | KI-gestützter Algorithmus soll Rettungsdienste künftig bei Zuweisung in Kranken-
                   häuser unterstützen. | Innovatives Nachsorgeprogramm rundet Schlaganfallversorgung

                   ab und wird mit Forschungspreis ausgezeichnet.




               Schlaganfälle gehören zu den häufigsten Todesursachen und   Patienten nach einem akuten Schlaganfall. Weitere acht neuro-
               sind Hauptgrund für Behinderungen im Erwachsenenalter.   logische Kooperationspartner bilden das zertifizierte Neuro-
               Rund 270.000 Menschen in Deutschland erleiden jährlich   vaskuläre Netzwerk Südbrandenburg/Ostsachsen (SOS-NET).
               einen Schlaganfall, in Sachsen sind es etwa 22.000 - trotz   2024 profitierten rund 1.800 Patientinnen und Patienten von
               umfassender Prävention und Aufklärung. Die zahlreichen   SOS-TeleNET, indem sie mithilfe telemedizinischer Beratung
               Betroffenen benötigen im Akutfall eine schnelle, leitlinienge-  durch Schlaganfallexpertinnen und -experten behandelt und
               rechte Versorgung. Das Telemedizinische Schlaganfallnetz-  bei Bedarf für eine spezialisierte Therapie in das Dresdner
               werk (SOS-TeleNET) stellt die flächendeckende Versorgung   Neurovaskuläre Zentrum verlegt wurden. Von insgesamt 434
               akuter Schlaganfallpatientinnen und -patienten mittels Tele-  Patienten, die für eine spezialisierte Behandlungsmethode ans
               medizin auch in ländlichen Regionen sicher. Im Jahr 2024 pro-  Uniklinikum verwiesen wurden, kamen 184 über die etablier-
               fitierten 1.800 Patientinnen und Patienten von diesem Netz-  ten Netzwerkstrukturen.
               werk, indem sie mithilfe telemedizinischer Beratung durch   Durch die interdisziplinäre Zusammenarbeit von Neuro-
               Schlaganfallexpertinnen und -experten behandelt und bei   logie, Neurochirurgie und Neuroradiologie sichert das Netz-
               Bedarf zur spezialisierten Therapie in das Dresdner Neurovas-  werk gemeinsam mit den beiden westsächsischen Netzwerken
               kuläre Zentrum verlegt wurden. In einem neuen Forschungs-  (TESSA und TNS-NET) auch über die Akutversorgung hin-
               projekt untersuchen Expertinnen und Experten aus Medizin   aus einen hohen Standard in der regionalen Versorgung neuro-
               und Wissenschaft derzeit, wie der Einsatz von Künstlicher   vaskulärer Erkrankungen. Die über 15 Jahre entstandene ver-
               Intelligenz (KI) die Erstversorgung nach einem Schlaganfall   trauensvolle Zusammenarbeit von Kliniken unterschiedlicher
               weiter verbessern kann. „Hier eröffnet KI die Möglichkeit, den   Versorgungsstufen ist das Ergebnis der stetigen Netzwerkarbeit
               Zugang zur besten medizinischen Versorgung auch für jene   der Mitarbeitenden in den Zentren. Die gemeinsame Geschäfts-
               Patientinnen und Patienten zu gewährleisten, die abseits von   stelle der telemedizinischen Schlaganfallnetzwerke, „Stroke-
               gut ausgebauter Infrastruktur leben“, sagt Prof. Uwe Platzbe-  Link Sachsen“, hat ihren Sitz am Universitätsklinikum Dresden.
               cker, Medizinischer Vorstand am Uniklinikum Dresden.  Ein wichtiger Teil der Projektförderung durch den Kranken-
                  Die akute Versorgung von Schlaganfallpatientinnen und   hauszukunftsfond war die Erneuerung der Telemedizin-Tech-
               -patienten in Ostsachsen wird bereits seit 2007 durch die Eta-  nik bei allen 32 telemedizinisch vernetzten Projektpartnern.
               blierung des telemedizinischen Schlaganfallnetzwerkes opti-  Damit wurde eine nachhaltige Infrastruktur geschaffen, die
               miert und mithilfe von engen Kooperationen im zertifizierten   zukünftig die Unterstützung der Expertinnen und Exper-
               Neurovaskulären Netzwerk weiter spezialisiert. Das Zentrum   ten auch bei weiteren Krankheitsbildern gewährleisten kann.
               des SOS-TeleNET an der Klinik und Poliklinik für Neurolo-  „Durch die gemeinsame Geschäftsstelle werden einheitliche
               gie des Uniklinikums Dresden bietet zwölf Kliniken in Ost-  Qualitätsstandards  in  der  telemedizinischen  Schlaganfallver-
               sachsen telemedizinische Unterstützung für Patientinnen und   sorgung sachsenweit etabliert. Die Geschäftsstelle übernimmt




               Krankenhaus-KI Journal 1 /2025
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